Nur noch heute!

 



Mit der Ausstellung „Horizonte“ wird im Studio Rose an den vor zwei Jahren verstorbenen Künstler Hans Dumler erinnert. In ihr werden Werke präsentiert, die vorwiegend der Landschaftsmalerei gewidmet sind.

1922 in Köln geboren und aufgewachsen, besuchte Hans Dumler ab dem Jahr 1939 die Kölner Werkschulen und ab 1947 die Akademie der bildenden Künste München. Der Meisterschüler und spätere Assistent von Franz Nagel arbeitete bald als freischaffender Künstler. 1953 erhielt er ein Stipendium des französischen Staates, das ihm einen einjährigen Studienaufenthalt in Paris (Studium bei Goetz und Singier) ermöglichte. 1966 unternahm Dumler eine viermonatige Reise durch Griechenland. Hans Dumler gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen, seine Werke sind in vielen Museen und öffentlichen Gebäuden vertreten.

Nach dem Tod eines seiner wichtigsten Förderer, Günther Franke (1900-1976), zog sich Hans Dumler nahezu vollständig aus dem Kunstbetrieb zurück. Franke, der übrigens während der letzten Jahre seines Lebens nicht nur in München, sondern auch in Schondorf am Ammersee wohnte, gehörte über Jahrzehnte hinweg zu den führenden Galeristen, Kunsthändlern und Kunstsammlern seiner Zeit. Kaum ein großer Name der Kunstszene, der nicht von Francke präsentiert wurde – Feininger, Dix, Heckel, Nolde, Picasso, Kubin, Ende, Scharl, Schmidt-Rottluff, Schlemmer und viele andere mehr. Seine größte Entdeckung war wohl Max Beckmann, seine bestimmt nicht kleinste Hans Dumler.

1976 zog Dumler von München nach Gut Memming, 1992 schließlich nach Utting am Ammersee. Gute 40 Jahre hat Hans Dumler sich mit der Landschaft seiner Wahlheimat zwischen Lech und Ammersee auseinandergesetzt und dieser Region immer wieder neue Perspektiven und Ansichten abgewonnen. In Gouachen und Leinwandarbeiten von überraschender Farbigkeit spürt er diesem Terrain mit intensivem, anhaltendem Interesse nach. Der Moränenlandschaft im Ammerseer Land begegnet man in allen gezeigten Arbeiten.

Landschaften, die auf faszinierende Weise eine innere Stimmung wiedergeben – und einen Sog entwickeln, dem sich der Betrachter nur schwer entziehen kann. Der Mensch kommt in ihnen nicht vor – oder nur indirekt als gestalterische Kraft hinter der Kulturlandschaft, denn immer wieder ziehen sich Wege über die sanften Hügel und Pflugfurchen über die Felder. Fast meint man, durch eine Tür in diese kontemplative Welt treten zu können.

Abschließend ein treffendes Urteil:

„Direkt und mutig ist er in seiner Farbwahl. Kontrastreiche, kompromisslose Farben zeigen, dass Dumler genau weiß, was er will. Fern vom Anspruch, jedem zu gefallen, machen die authentischen und von tiefer Persönlichkeit geprägten Bilder Hans Dumler zu einem einzigartigen Künstler unserer Gegenwart.“

(© Fritz Dettenhofer, Galerie 13, Freising)


 

 


 

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Die nächste Ausstellung:


 

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Stefan Boes, der Herausgeber der ‘Edition Kulturland’ möge mir verzeihen, dass ich seinen Beitrag aus der ‘Edition Kulturland’ hier einfach übernehme. Der Grund: Allein schon der dort gewählte Titel ‘Entfachte Welten’ beschreibt (mit nur zwei Worten!) erstaunlich treffend das fast explosiv zu nennende Werk einer Künstlerin, deren fortwährende Entwicklung Jahr für Jahr einfach nur staunen lässt.

Gerti Wimmer ‘La Frascetta’

Entfachte Welten

Neue Arbeiten und Solitäre aus dem Fundus

 

Fast schon retrospektiven Charakter hat eine Ausstellung der Künstlerin Gerti Wimmer ‘La Frascetta’ im Schondorfer Studio Rose. Dort sind vom 22. bis 29. September ausgewählte Arbeiten der letzten Jahre zu sehen, ergänzt um Solitäre früherer Zeiten, in denen Gerti Wimmer ‘La Frascetta’ Erdkompositionen in verschiedenen Zyklen erschuf.
Die in den späten 30er Jahren in Böhmen geborene Künstlerin zählt zu den Pionieren einer malerischen Technik, in der naturnahe Materialien und Pigmente im Geviert intuitiv und doch gesteuert in Verbindung treten und dabei eine Reaktion hervorrufen, die evolutionäre Energie freisetzt. Auf der Leinwand verarbeitet Gerti Wimmer ‘La Frascetta’ eigens hergestellte Naturfarbpigmente aus Vulkansand und Oxidfarben.
Im Zuge dessen werden erste Strukturen vielschichtig opak oder lasierend herausgearbeitet und bestimmte Oxidationen zugelassen. Farb- und Pigmentverläufe, insbesondere aber eruptive Verschleifungen und Verschüttungen werden gebremst oder forciert – sie verändern sich metaphorisch. Der mehrschichtig angelegten Fläche werden einzelne Fundstücke zugeordnet – Steine, Holz, Früchte, Blüten und andere Materialien. Die Oberfläche zeigt sich plastisch gestaltet. Malerei wird zur Objektkunst und gleichzeitig zu einem lebendig aufgeladenen Mikrokosmos, der neue Welten entstehen lässt. Das Geviert wird von allen Elementen bewohnt. Erde, Feuer, Wasser, Luft geraten in einen Aufbruch der Bewegung und Stillstand, Zerrissenheit und Versöhnung, Licht und Schatten verkörpert. Gerti Wimmer ‘La Frascetta’ hat ihre Technik in Zyklen ausgeführt und dabei stets weiterentwickelt. Zuletzt entstanden Schwebebilder, in denen der Raum nochmals verdichtet und vertieft wird. Die Betrachtung weitet sich, so wie diese retrospektive Ausstellung einen weiten Blick auf das Ouvre von Gerti Wimmer ‘La Frascetta’ wirft.

 

 

Noch ein Hinweis: Die Vernissage um 19 Uhr findet am Samstag, dem 21. September 2019, statt!

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Weitere Termine entnehmen Sie bitte der Rubrik Vorschau